Erstellt von Hans-Josef Heinz
Heimatarchiv Worringen e.V.
November 2004


Worringen, ehemals ein altes Bauern- und Fischerdorf, liegt im Norden Kölns, wo der Rhein in die Weite der niederrheinischen Landschaft eintritt.

Die Gründung der römischen Niederlassung von Worringen fällt wahrscheinlich in die Zeit der Regentschaft des Kaisers Augustus, der von 30 vor bis 14 n. Chr. das gewaltige Römerreich beherrschte. In römischen Verzeichnissen taucht 302 n. Chr. der Name Boruneum für Worringen zum ersten Mal schriftlich auf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich die heutige Schreibweise durch.

In der reichen und wechselvollen Geschichte nimmt die denkwürdige „Schlacht bei Worringen“ im Jahr 1288 eine bedeutende Stellung ein. Hier wurden die Weichen für die Weiterentwicklung Kölns zur unabhängigen Freien Reichsstadt gestellt. Dem Ergebnis der Schlacht verdankt Düsseldorf seine Stadtrechte, und die politische Macht des Erzbischofs von Köln wurde eingeschränkt.

Die Nähe zum Rhein brachte für die Worringer Arbeit und Brot; sei es als Fischer, Taucher, Lotse oder als Arbeiter im Hafenbereich.

Der Ton und Lehm im Worringer Bruch gab ein vorzügliches Material für Dachziegel. In ca. acht Dachziegelfabriken fanden die Bürger eine Arbeitsstätte.

Um 1913 wurde das nahe gelegene Bayerwerk erweitert, und viele neue Arbeitsstellen erschlossen. Seit Ende 1967 hat sich die „Erdölchemie GmbH“- seit 2002 „BP Köln“- auf Worringer Gebiet niedergelassen.

Bis zur Eingemeindung im Jahr 1922 war Worringen eine eigenständige Bürgermeisterei. Hierzu gehörten u.a. die Rheindörfer Merkenich, Langel, Rheinkassel, sowie Fühlingen, Weiler, Roggendorf.

Der alte Ortsteil hat trotz vieler Veränderungen weitgehend seinen altdörflichen Charakter behalten. Dies zeigt der Fronhof, die drei Domkapitularischen Höfe und die alte Kirche am Markt.

Markenzeichen des echten Worringers sind Humor, Mutterwitz, Schlagfertigkeit und ein geselliges Wesen. Davon zeugen die zahlreichen Ortsvereine, angefangen beim Männer-Gesangverein von 1848, dem ältesten Verein, bis zu den vielen Karnevalsvereinen.
Die Sportgemeinschaft, mit über 3000 Mitgliedern, verfügt über zahlreiche Sportstätten.
Ein Heimat-Archiv zeigt eine Sammlung zur Worringer Geschichte.